Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Geschichten am Feuer
#11
Die Maulwurf-Affäre
(von Jana / von Echo of the Past)

"Jeder weiß, dass wir Garou Rudel bilden, und dass wir früher oder später die Hilfe eines Totems suchen, damit es diesen Bund unterstützt. Wie genau das funktioniert, lernen die meisten Welpen erst, wenn sie Cliaths werden und es ihnen dann jemand zeigt, weil sie selbst Teil eines Rudels werden. Bis dahin sind Totems meist ein gewisses Mysterium: Es gibt sie, und Welpen hören davon, aber mehr ist dann doch nur ein Meer aus Nebel.

Es begab sich also zu einer Zeit, in der ein tapferes Rudel auszog, die Seele eines Helden zu retten. Zu dieser Zeit gab es nur zwei Welpen am Caern, die sich schon für sehr erwachsen hielten, und die plötzlich äußerst aufgeschmissen waren: Denn in dem Rudel, das sich verabschiedete, liefen:
- Der Vater des Baus
- Der Mentor der Theurgen-Welpe
- Der Mentor der Galliaren-Welpe
- und die Septenalpha, die den Kampfunterricht überwachte.
Mit anderen Worten also: Jeder, der den Welpen die metaphorische Dose öffnen könnte.

Die Tage verstrichen also, und die Welpen wurden immer nervöser. Am ersten Abend waren sie noch siegessicher, dass das Rudel bestimmt gleich wieder da ist, und sie waren überzeugt, dass man ihnen bestimmt etwas mitbringen würde; nach einer Woche waren sie bereit auf Souvenirs zu verzichten, wenn das Rudel dafür nur schnell wiederkommt; und dann finden sie an, sich Sorgenzu machen.

"Wir müssen doch was unternehmen können"!", sagte die engagierte Galliardin.
"Ja!" , sagte die Theurgin.
"Aber was?" fragte die Galliardin.

Damit blieb es dann für längere Zeit, weil keine von beiden Ahnung hatte.

"Wir könnten Eule opfern", sagte dann die Theurgin.
Voller Weisheit erwiderte die Galliardin: "Häh?!"
"Nun, aufgrund der stratosphärischen Resonanzen der tellur-umbralen Beziehungen zwischen Totem und Rudel, welche sich durch umfassende kosmopole Elemente definieren", sie macht eine schnatternde Handbewegung, um das Reden der Theurgin zu simulieren, während sie selbst durch eine verstört-verwirrte Mimik lebhaft die Reaktion der Galliardin darauf nachspielt

Sie hält inne und verkündet:
"Etwa zehn Minuten später - war die Theurgin fertig und die Galliardin sagte voller Einblick in die okkulte Natur der Welt: "HÄH?!"
"Wir sollten Eule opfern, damit wir das Totem stärken, damit sie besser auf das Rudel aufpassen", fasste die Theurgin zusammen.
"Alles klar", sagte die Galliard.

Und so gingen die beiden zur nahegelegenen Wiese, denn jeder weiß, dass man Eule opfert, indem man Mäuse an einen Baum bindet. Das aber führte zu kleinen Problemen, denn die Theurgin war Knochenbeißerin und weigerte sich, Ratten oder Mäuse zu opfern. Kaninchen fielen leider auch aus, weil sie zur Brut von Hirsch gehörten und die Galliardin Fianna war, außerdem hatten sie keine Schnur, die das Gewicht eines Kaninchens tragen würde; auf Heuschrecken konnte nicht zurückgegriffen werden, da die Theurgin unbekannte Resonanzsstörungen durch die Wahl von Insekten befürchtete, und Hamster wären in Frage gekommen, hatten aber Lieferschwierigkeiten. So saßen die beiden Welpen schon wenige Minuten nach dem Fassen ihres großartigen Plans deprimiert auf der Wiese und waren drauf und dran, alles hinzuschmeißen - den Plan, die Mäuse, das Dasein als Garou an sich - und nach Guatemala auszuwandern, um dort Panflöten herzustellen - das einzige Instrument in der Schnittmenge von Theurgen und Galliarden - als ein kleiner Maulwurf
seinen Wecker falsch las und am hellichten Tag vor den Pfoten der beiden Welpen entlang kroch.

Ihr könnt euch denken, wie es aussah. Den Maulwurf zu fangen, war eine Sache - es ist nicht schwer, einem blinden und lahmen Wesen erfolgreich aufzulauern, das schaffen sogar Vegetarier. Aber kaum hatten sie den Strick um seine Taille geschnürt, stellte sich die Frage, wo sie ihn aufhängen sollten. Und weil sie ihn dazu betrachten mussten, überkam der Maulwurf sie mit der ganzen Macht der Manipulation: "Ich kann ihn nicht töten, mach du das!" - "Nein, mach du, er guckt mich so traurig an aus seinen schwarzen, süßen Knopfaugen!" - "Ich kann aber nicht, er hat so ein pelziges Fell, und diese kleinen Pfoten!"

Und genauso debattierten sie immer noch, als sie wieder zum Caern zurückkamen, wo sich der große, breite, vollmondgeborene Fenrir aufbaute, und sie mit eiskaltem Blick anstarrte und sagte: - sie macht eine Mädchenstimme nach - "Das geht nicht, Maulwürfe stehen unter Naturschutz!"

Ja. Es folgt dann eine wilde Prügelei, mit Klauen, Zähnen und Tritten gegen das Schienbein, und als sich alle am Boden wiederfanden, noch die Haare des Gegners ziehend, erstarrten alle, als der Lupus-geborene Silberfang Philodox hereinkam, das Auge des Gesetzes, der Wächter der Litanei, und er sagte: "He, ihr glaubt NIE, was ich eben gefunden habe!" und zwischen dessen Zähnen gerade noch ein kleines schwarzes Bein und ein Stück Bindfaden hervorbaumelten."
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#12
"Das, was ihr als Geistergeschichten kennt, hat für uns Garou nicht weniger Bedeutung. Diejenigen, die sich am Besten mit den Geheimnissen der Toten auskennen, sind die Stillen Wanderer. Eules Schwingen erreichen jede Grenze, auch die zwischen Leben und Jenseits; und die Stillen Wanderer haben eine besondere Beziehung zu den Geistern derer, die verstorben sind und trotzdem noch Spuren auf der Welt hinterlassen.

Geister - Todesalben, Gespenster, wie man sie auch nennen will - sind die Überreste von Menschen, die durch irgendetwas noch auf dieser Welt gehalten werden. Sie haben noch etwas zu erledigen, bevor sie gehen können. Die Welt der Toten - die Schattenlande - existieren immer genau neben uns, sind immer nur durch einen Hauch von uns getrennt. Dennoch können wir sie nicht sehen. Dort existieren die Toten, die keine Ruhe finden konnten."

Ihre Stimme nimmt wieder den samtenen, dunklen Geschichtentonfall an.


"Als wir das letzte Mal aus Nürnberg hierher reisten, kamen wir mit fast zwei Tagen Verspätung an. Es waren Geister, die uns aufhielten. Wir reisten durch die Umbra, als Ascheläufer und Weg aus der Finsternis ihren Ruf spürten - dunkel, wütend, voller Verzweiflung. Wir sind Kinder Eules, und wer unter seinen Schwingen läuft, darf nicht zulassen, dass ein Wesen nach seinem Tod weiter existiert. Also suchten wir den Ursprung des bitteren Gefühls, das unser Alpha und unser Bash hatten.

Nuriya war bei uns, mein Mündel, und so reisten wir zu viert. Bald schon kamen wir an eine Hütte im Umbra, ein altes Haus - aus verwittertem, dunklen Stein gebaut und ohne Fenster. Die Umbra dort war ebenfalls dunkler, wie mit finsterem Nebel gefüllt, und es fühlte sich kalt an, auch wenn die Umbra keine Temperaturen hat.

Wir untersuchten das Haus vorsichtig. Ascheläufer und Weg aus der Finsternis gingen hinein, und plötzlich wurde Nat aus dem Hinterhat in den Rücken getroffen. Er wirbelte herum, sah aber nur die Überreste von Büchern, die auf den Boden fielen und zu Staub wurden.
Der Rest des Hauses war leer, bis auf einen Schrank in der Küche. Was sage ich, Schrank... ein Monstrum. Hoch bis zur Decke, zwei Meter tief, aus schwarzem, öligem Holz gemacht.

Wir forschten im Umbra und wir forschten im Tellurischen. Wir sahen den Schatten eines kleinen Kindes in einer Ecke sitzen, hörten sein Gelächter, dann versuchte es in Nuriyas Kopf zu greifen und ließ sie in Raserei auf mich losgehen. Ascheläufer und Nat gingen in die Küche und besahen sich den Schrank, doch als sie ihn öffnen wollten, durchfuhr Nat ein Kopfschmerz und er blutete plötzlich heftig aus der Nase. Und dann, als der Schrank sich endlich öffnen ließ - zwei Garou in Crinos brauchten dafür all ihre Kraft! - schoss plötzlich der Tisch im Raum auf sie zu und versuchte, sie in den Schrank zu stoßen. Sie konnten sich gerade noch zur Seite werfen, doch der Tisch gab nicht auf - es war, als wenn eine unsichtbare Hand ihn lenkte. Sie konnten ihn nicht festhalten, selbst zu zweit war die Kraft hinter dem Tisch stärker als sie beide zusammen. Erst nach und nach schafften sie es, ihn zu überlisten, indem sie ihn mit solcher Wucht gegen die Wände prallen ließen, dass er anfing matter zu werden.

Ich sagte schon, Geister haben etwas, das sie an diese Welt bindet, und manchmal sind es Gegenstände. Nat fand in der Feuerstelle einen alten Stock mit etwas Kohle darin - wie ein sehr primitiver Bleistift. Er wollte ihn aus dem Haus bringen, doch was immer dort lebte, hatte andere Pläne. Eine Windhose fegte plötzlich auf uns zu, nahm allen Schutt mit sich, der herum lag, und hätte uns fast erwischt, doch wir konnten gerade noch aus dem Haus heraus. Draußen verbrannten wir den Stift, und Ascheläufer und Nat hörten einen wütenden Schrei, den weder Nuriya noch ich wahrnahmen.

Wir suchten weiter und fanden die Überreste eines Märchenbuchs, einer Decke und eines Kuscheltiers, die alle verbrannt wurden; und auch der Tisch erhielt eine Feuerbestattung, da es Ascheläufer inzwischen zu bunt wurde: Jedes Mal, wenn er den Schrank untersuchen wollte, versuchte der Tisch ihn umzubringen. Das macht man nicht mit jemandem, der so erfahren ist wie mein Alpha. Das war's dann für den Tisch.

Noch einmal versuchte der Geist, in Nuriyas Kopf zu gelangen, und sie hatte das Gefühl, einen großen Mann zu sehen, der sie am Kragen packte und in den Schrank warf mit den Worten "Böses Mädchen! Ab in den Schrank!"
Als sie zu sich kam, war ihr klar, was geschehen war, aber das änderte nichts an der Angst, die sie nun vor dem Schrank hatte. Sie verbiss sich tapfer jeden Laut und kam hinterher, als wir den Schrank untersuchten. Und tatsächlich: Hier stank es nach Wyrm.

Wir betrachteten den Schrank näher. Wir tasteten ihn vorsichtig ab. Wir entfernten das Brett, das darinnen montiert war. Wir stellten eine Kerze hinein, um Licht zu haben, und - staunten nicht schlecht, als die Kerze nach einer Weile durchscheinend wurde und ins Umbra zu wechseln begann. Wir erkannten, was hier war: Der Schrank bildete einen Übergang zum Umbra. Hier konnte alles mögliche durch den Todesgürtel. Aber andererseits konnte es sich nicht um das normale Umbra handeln, dass wir kennen, denn dort waren wir ja eben noch gewesen. Und dort hatten wir nichts gesehen.

Wir verließen das Haus und stellten uns kampfbereit auf. Inzwischen begann es zu dämmern, noch dunkler zu werden. Ascheläufer stieß ein Geheul aus, dass nur sehr erfahrene Galliarden lernen: Es zwingt jede Wyrmkreatur, die es hört, sich dir zu nähern. Es war riskant, aber die einzige Möglichkeit, das aus dem Schrank zu locken, das dort lauern mochte. Sekunden vergingen, dann kam etwas aus dem Schrank, glitt durch die Wand des Hauses und kam zu uns nach draußen. Es war... Dunkelheit. Finsternis. Die Art von Kellerschwärze, die Kindern Angst macht. Die Art von Panik, die ein Kind vor dem Monster unter dem Bett hat - oder vor dem Wesen im Schrank. Nuriya hat es als "Schwarzen Mann" bezeichnet, und das trifft es, wenn man einen Namen sucht.
Und es attackierte uns. Es griff an, ging auf Weg aus der Finsternis los, und noch ehe wir wussten, was geschah, ging unser Ragabash zu Boden. Ascheläufer und ich trieben es mit Schlägen zurück, und Nuriya begriff sofort und zog den bewusstlosen Nat aus der Reichweite des Kampfes. Wir kämpften, konnten dem Ding aber keinen Schaden zufügen, und jeder Schlag, den wir austeilten, rief Erinnerungen wach an die Dinge, die wir fürchteten. Dann kam mir eine Idee und ich brüllte Nuriya zu, sie solle uns die brennenden Scheite holen, die auf der anderen Seite des Hauses noch schwelten. Mit dem Feuer machten wir dem Ding dann den garaus.

Aber Nat war immer noch ohnmächtig. Wir trafen Vorkehrungen, damit er in Sicherheit war, dann ginge Ascheläufer und ich in den Schrank. Nuriya schloss die Tür hinter uns, denn das war ein Teil der 'Magie': Wir mussten eingesperrt werden. Und kaum, dass die Tür hinter uns zufiel, merkten wir, dass wir nicht mehr im Schrank waren. Über uns war Holz, eine niedrige Decke, die immer zu niedrig war, auch wenn wir uns hinhockten oder in Lupus gingen. Um uns herum war Finsternis, und wir tasteten uns mit dem Licht der Kerze, die wir dabei hatten, voran. In dieser Dunkelheit wir kamen zu einem Schrank, groß und bedrohlich; wir öffnenten ihn und glitten hinein, nur um bald einen weiteren Schrank zu finden; und in diesem Schrank führte eine Kellertreppe nach unten, wacklig und schwarz, und wir fragten uns, was am unteren Ende auf uns lauern würde... nur um dort wieder einen Schrank zu finden, noch schrecklicher als zuvor. Wir irrten immer wieder durch die Dunkelheit, nur um auf diese grauenhaften Möbel zu stoßen, aber wir bissen uns weiter durch. Als wir durch diesen Schrank gingen, kamen wir in ein Zimmer mit einem Bett - und darunter Finsternis. Es kostete Überwindung, darunter zu blicken, aber dort fanden wir eine winzige Tür, durch die wir uns gerade so quetschen konnten, und dahinter einen letzten Schrank, mit vielen kleinen Schattullen. Das waren die Ängste der Kinder, die den Schrank erlebt hatten. Manche Kästchen waren größere, andere kleiner, und auf einer gravierten sich gerade die Glyphen für "Garou" und "Uktena" ein...

Wir öffneten die Kästchen, zuerst das von Weg aus der Finsternis. Wir spürten, wie ein Beben durch das Umbrareich ging, und verstanden, dass es nur noch von dieser Angst zusammengehalten wurde. Wir öffneten die Hälfte der Kästchen und nahmen den Rest mit uns. Wir krochen zurück durch die Tür, kamen unter dem Bett hervor - und dort war nichts weiter, nur noch das Bett, und unsere Kerzenflamme, die immer kleiner wurde. Keine Tür. Kein Ausweg. Kein Hinweis. Nichts.

Manchmal muss man einschlafen, um aufzuwachen. Wir legten uns in das Bett, ich in Glabro, Ascheläufer wachsam in Lupus, zogen die Decke über den Kopf und versuchten an diesem Ort voller Angst zu schlafen. Es muss uns wohl gelungen sein, denn irgendwann merkten wir, dass wir wach waren. Was lauerte jenseits der Decke auf uns?
Wir stießen sie zur Seite, sprangen kampfbereit hoch - doch da war nichts. Nur der erste Raum, in dem wir gewesen waren. Wir öffneten die verbliebenen Kästchen bis auf das Letzte, und gingen durch den Schrank zurück. Nuriya stand kampfbereit davor, aber sie war sehr erleichtert, als sie uns erkannte. Ich zerstörte das letzte Kästchen, und der Schrank verbrannte zu Asche.

Die Geister, die in der Hütte gehaust hatten, waren Kinder gewesen, die in dem Schrank vor Angst gestorben waren. Jeder, der in diesem Haus gelebt hatte, hatte den Schrank benutzt, um aufsässige Kinder zu strafen; aber sie waren auch in den Schrank geschickt wurden, um im Winter darin zu schlafen, denn das Holz speicherte die Wärme der Küche und der Feuerstelle. Und wann immer sie schliefen, kam die Plage, um sich von ihrer Angst zu nähren... bis sie selbst starben und zu Gespenstern wurden, die sich an denen rächten, die ihnen das angetan hatten."
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#13
Der Theurge von hundert Alphas
(von Brina / erzählt von Herzblut)

Herzblut dreht sie sich wieder mehr zum Feuer, als zum Raum, bindet sich die Haare hinten zu einem Knoten im Nacken zusammen.
Mit verstellter Stimme, klingt sie nun fremd.


Er war der Theurge von hundert Alphas!
Zufällig traf ich ihn eines Nachts.
So setzten wir uns ans Feuer und er trank von meinem Met,
erzählte von seinen langen Reisen durch das Land.
Der Alkohol sorgte für eine wohlige Wärme von innen.
Im Feuerschein sah sein Mantel schimmernd aus
und in seinen Augen brannte ein Feuer! sie strahlt und freut sich.
Wie er sprach verspürrte ich einen neuen Herzenswunsch
unsere Welt von der Angst und dem Leid zu befreien und
den unseren Verwandten zu helfen sich Frei zufühlen.

verstellt die Stimme nun dunkler, wie ein Mann
"Warum hören wir nicht auf unsere Herzen?
So würden wir uns nicht einsam fühlen.
Jeder sollte glücklich sein und es laut hinaussingen!
Damit jeder Garou die Freude kennenlernt und weiter verbreitet."

wieder die andere Stimme verstellt
Das sprach der Theurge in seiner alten Heimat, fern der Städte.
Im Wunsch aus seiner Weise sagt er, dass wir nie alleine sein werden.
Und ich werde wieder dieser Nacht träumen
während die Sterne mich begleiten. leiser wird, die Augen schließt.
Will gar nicht hoch schauen.
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#14
Die Löwengrube
(von Jana / erzählt von Echo of the Past)

"Niemand erinnert sich mehr daran, wann der Caern der Löwengrube gebaut wurde. Die Wächtergeister, die unseren Caern beschützen, sind schon uralt; und trotzdem gab es die Löwengrube schon lange, ehe sie geboren wurden, und ehe sie in den Kampf zogen und den Eid leisteten, die Löwengrube zu schützen, bis ihre Seele von der Zeit zerrissen werden würde.

Welche Bedeutung haben schon Worte wie Zeit für einen Caern? Es heißt, der Ritus habe in der Zeit von Winter und Eis stattgefunden, und er habe lange gedauert und viele Opfer gefordert - viele, obwohl es damals weit mehr Garou gab als heute. Der Ritus fand statt zwischen Hügeln, Bergen und Höhlen, über dem Wasser eines wilden Bachs, der seinen Weg durch Stein hindurch erzwingt, unter einem blauen Himmel und hohen Tannen. Wilde, ungezähmte Natur, die keine Ketten duldet. Die sich wehrt statt sich zu unterwerfen. Die frei atmet und stolz darauf ist. Der Ritus des Caernbaus konzentrierte diese Energien auf einen Punkt, und stieß einen Ruf aus, der von den Geistern gehört wurde. Der Wyrm attackierte die Garou mit allem, was er hatte, und sie kämpften Tage und Nächte, bis durch den tosenden Schnee eine Gestalt geschritten kam, drei Schritt hoch, mit weißem Fell und Augen von blauem Eis: Löwe, der Krieger der Wildnis, die Stärke des Einzelnen, der im Rudel noch mächtiger ist. Sein Gebrüll vertrieb die Schatten im Sturm und gab den Garou Kraft. Er betrat den Caerngrund und ein Wirbel erhob sich, als die Mächte des Landes sich vereinten mit seiner eigenen Macht.

Ein Caerntotem kann das Land nicht verlassen, mit dem es sich verbunden hat, denn es wird eins mit ihm. Aber dafür hat ein Caerntotem alle Macht des Caerns und der Septe, die ihm folgt. Und die Garou folgten Löwe: Sie folgten seiner Stärke, seiner Entschlossenheit und Wildheit und er gab ihnen die Macht, im Rudel noch stärker zu sein. Die Garou waren stolz auf ihr Totem, und Löwe hatte jeden Grund, auf seine Septe stolz zu sein.

Die geballte Macht von Wildnis und Kampfgeist war ein Stachel im Fleisch des Wyrm, und er griff die Löwengrube in den Jahrhunderten oft an. Eas geschah, dass er mit List und Gewalt die Garou tötete, die den Caern bewachten, und er ihnen den Caern entriss - Löwe wurde vertrieben, und stattdessen herrschten dunkle Schatten dort, und Tänzer, die die Wildheit und den Kampfgeist und den Stolz pervertierten - in das, wie sie selbst waren, wahnsinnig, sadistisch, blutrünstig und arrogant. Denn Löwe war das Totem der Weißen Heuler gewesen, und ihn konnten die Wyrmtänzer nicht in Ruhe lassen. Aber die Garou schlugen sie, wieder und wieder, zerrissen die verkommenen Gestalten und Löwe kehrte zurück an den Caern, um wieder über sein Land zu herrschen. Sein Gebrüll erschallt noch heute in den Bergen, und wehe dem, der den Caern der Löwengrube angreift - er muss sich Löwe stellen, dem Krieger."
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#15
Der rote Mann / Der erste Vampir
(nach der Gechichte von White Wolf / Fassung von Jana / erzählt von Echo of the Past)

An einem Abend erzählt Vi die Legende, wie nach dem Glauben der Werwölfe der erste Vampir entstand.
"Es war vor langer Zeit, so lange her, dass kein Ahn sich dessen mehr entsinnt, und so verlassen wir uns auf die Worte der Geister, die Zeugen wurden, und der Lehren, die die Zeit überdauerten. Die Menschen waren zahlreich und begannen gerade erst, der Weberin den Treueeid zu leisten, und das Impergium war noch ein Gespinst der zu kommenden Jahre. Dennoch war die Weberin ungeduldig, denn sie hungerte darauf, dass der Mensch ihren Wegen verfiel, denn von allen Geschöpfen Gaias war er ihr am nächsten. Doch wann immer sie versuchte, ihn zu verführen, erschienen die Garou, um ihr Blut auf den richtigen Pfad zurückzuführen, mit Lektionen von Fängen und Klauen.

Zerfressen von ihrer Ungeduld entschied die Weberin, ihr eigenes Wesen zu erschaffen, eines, das ihr gänzlich zu Diensten wäre, ohne dass ein Garou ein Recht auf ihn hätte. Doch ohne die Macht, selbst das Feuer des Lebens in einem Wesen zu erwecken, stahl sie einen Menschen und wob ihre Netze um ihn, bis er gänzlich der ihre war. Doch als sie das tat, erstickte sie den Funken, der sein Leben war, so dass sein Geist zu fliehen versuchte. Doch der Geist konnte dem dickgesponnenen Kokon nicht entrinnen und war gefangen, diese Schale zu bewohnen. Weil aber der Geist nicht mehr in dem Körper lebte, sondern nur noch sein Gefangener war, war der Körper tot und begann schon bald zu verrotten. Mit klebriger Zunge flehte das Wesen da die Weberin an, es vor Gestank und Zerfall zu bewahren. Sie konnte seiner Bitte nicht widerstehen und wob in sein Wesen die Unsterblichkeit. Das war der erste Schritt auf seinem Weg in die Nacht.

Das Wesen wurde gierig nach mehr Macht und mit List entlockte es der Weberin Wissen. Mit Bitten und Betteln stahl er von ihr die Geheimnisse über die Muster, mit denen die Welt gemacht ist, so dass er manch Netz lösen oder neue zu spinnen lernte.
Doch der Wyrm sah dies, und er verstand, dass es falsch war. Nach einem Ausgleich suchend, verschluckte er den Untoten, um ihn in den Kreislauf des Lebens zurückzubringen. Doch er konnte ihn nicht verdauen, denn das Ding in ihm konnte nicht sterben. Im Dunkeln des Leibes des Wyrm saß der Tote und ein Hunger erwachte in ihm, doch das einzige, was Nahrung bot, war das Blut in den Adern um ihn herum. Bald konnte der Untote nicht mehr widerstehen, denn der Hunger zu existieren war in ihn eingewoben wie die Unsterblichkeit; so biss er in die Venen, die unter seiner Hand pulsierten und nährte sich an dem trüben Nass. Der Wyrm krümmte sich vor Schmerz und Furcht und würgte sein blutsaugendes Mahl hervor.

Der untote Mensch, bedeckt vom Blut des Wyrms, war schrecklich anzusehen. Jedes Wesen, das ihn erblickte, wandte den Blick ab und stöhnte vor Angst, und Gaia selbst konnte dieses Ding nicht ansehen, so abscheulich war seine Natur.

Helios sah herab auf den Blutigen Mann, der allem Sein lästerte, und zerschmetterte ihn, verbrannte sein Fleisch in schmerzlichen Flammen. Unter Schreien grub sich der Blutige Mann in die Erde, floh durch einen Tunnel weit fort von der Sonne Schein. Nur dies bewahrte ihn vor Helios? Zorn, und der Schmutz um ihn löschte seine Flammen.
Da verfluchte Gaia den Blutigen Mann und sprach: 'Auch wenn du einst von meinem Leibe kamst und einen Funken des Wylds in dir trägst, ward dieses doch erstickt von der Weberin Netz. So kannst du nicht dich wandeln noch sterben, außer durch die Kraft der Geister oder der anderen magischen Wesen. Noch schlimmer wirst du glauben, dieses Unheil sei dein Segen und wirst hungern, so zu bleiben, wie du bist für alle Zeit. Doch glaube nicht, du könntest stets wachen, denn nichts was ist kann Schlaf und Tod entkommen. Dein Schlaf wird tief sein und Zeiten überdauern, so dass wenn du erwachst, alles anders ist außer dir, und deine Träume werden dir nur Nachtmahr sein. Weil das Wyld schwach ist in deinem Leibe sollst du keine Kinder haben. Weil du des Verschlingers Blut getrunken hast, musst du andere zerstören um sie deinem Bilde gleich zu machen. Nur im Tode sollst du Leben formen, und all meine Kinder sollen nur Furcht für dich kennen.' Und dann ertönte Helios? Stimme über die Himmel, donnernd und laut: 'Zeig dein Gesicht niemals gegen mich, oder ich will dich zerschlagen, und jeden, den du deine Wege lehrst!'

Der Wyrm war schwach und verwirrt vom Blutverlust; doch Wesen der Zerstörung und des Endes, das er war, konnte die Wunde nicht heilen, und ein jeder weiß, wohin seine Schwäche führte. Der Blutige Mann jedoch soll immer noch leben, niemals wandelnd, niemals sterben, untot die Nächte durchstreifend. Niemand hat ihn je erblickt, um davon zu berichten, doch hat auch niemand je seine Schale oder seinen Geist gesehen."
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#16
Die Stadt der Maden
(nach der Gechichte von White Wolf / Übersetzung von Jana / erzählt von Echo of the Past)

Um das Thema Vampire zu vertiefen, rezitiert Vi die alten Zeilen der Stadt der Maden:

Atem meiner Väter! Wasch fort den Gestank des Todes
Der über diesen Landen hängt! Die Wandelnden Toten haben sich verschworen
mit jenen, die noch lebend ihre Sklaven sind,
eine Stadt der Maden zu errichten
und sie zu füllen mit aller Nächte Schrecken!
Hier blüht des Wyrms kalte Blume
Sich windend und voll der Lügen vergiftet er die Erde.
Hier erhoben hohe Türme von schwarzgeärzten Stein sich wie Groll in die Finsternis
Und der Grund trug verrottende Kadaver als schwarze, volle Frucht
Von denen Fliegen selbst nicht zehren mochten
Und in den Mauern strömten Bäche rot mit Kindesblut, gestohlen
Und Pflanzen sprossen, trieben Eiter aus und Blüten purpurrot
Solch war der Verfall jenes Grundes dass Falke selbst
Sich aus dem Himmel warf um nach Läuterung zu schreien
Und so kamen sie, vierer Stämme Blut, traten sie zusammen:
Dol-ah-Shen, der Wanderer mit vernichtenden Augen
Isthsmene und Medusa, glanzvollste der Furien
Grantor von den Nachfahren auf Pfoten blutgetränkt
Iskeka der Fang, mit schnappenden Kiefern

Ich, Tehuti-ut-Tera, rufe zu den Verbündeten der Unseren
Und will starke Zauber weben am Herzen jener Pest
Mit unserem Heer und unserem Kin fegten wir die Stadt blank
Nun brüllt sie im Gesang der reinigenden Flammen
Wir kämpften in den Straßen, jenen schwarzgepflasterten Weiten
Von Staub und Blutes Flecken, den Ruf erwidernd
Von Heru, dem Fürst; von Falke, unserem Freund,
die Türme zu zerschlagen und den Unrat fortzuwaschen
den die Herren der Vampire hier verstreuten
Wie altgewordene Könige beherrschten diese Egel
Den brennenden Sand und die Häfen dieser Stadt
Kauernd wie Katzen auf der Jagd
Am Busen wo das Riedgras wächst
(Wo vor langen Jahren der alte Sala vernichtete
50 Kinder aus des Unmachers Brut!)
Besudelnd des entschlafenden Freundes Orts der Glorie
Aus schändlichen Städten und Häfen ohne Ehr
Kamen sie näher, ein Pulk den Monstern zu Gefallen
Sie zu ehren, sie Götzen gleich zu machen
Und dies wollend öffneten ihre Venen sie den Herren
Und nährten sie mit Gemetzel und zerschlagener Unschuld
Wie Fliegen auf dem Leib des Seelenfressers
Schenkten diese verdorbenen Menschen ihren Willen
Den verkommenen Gelüsten der Vampirkönige
Bis das ganze Land von Gottlosigkeit vergiftet war
Oh, Falke! Sieh, was wir getan!
Oh, Heru, sieh wie dein Wille geschieht!

Mit den Geschenken die ihr uns zu Füßen legtet
Richteten wir die Paläste der Pest zugrunde
Mit den Brüdern die ihr uns gesandt
Richteten wir die Brut des Wyrms

Hart und bitter war sie, die Forderung durch das Feuer
Und zu viele Helden erkauften den Sieg hold uns teuer:
Dol-al-Shen, mein Fürst, zerrissen von der Macht
Zweier heulender Kreaturen der Nacht

Halb begraben in Leichen stand er noch als Blut aus fünfzig Wunden floss
Als seine Arme verdreht und zerschunden, brennend von Schmerz
Da schnappten seine Fänge noch voll Kampfeslust
Und entrissen Brocken von Fleisch den schreienden Horden des Todes!
Oh, Ahnen, heißt ihn willkommen!
Oh, Väter, tragt ihn auf eurem Seufzen fort!

Grantor, der tapfer kämpfte, doch getränkt wurde in ätzendem Gift
Das floss von schwarzen Mauern des Palasts
Als sein Fleisch von seinen Knochen kochte, fuhr er
Einem Dämon gleich in den anstürmenden Feind!
Nicht einmal hörte ich ihn schreien, so gefüllt
War seine Kehle mit verrottendem Blut! Als er fiel
Schrieen die tollenden Wesen und flohen, die Hände brennend
Wo sie sein noch brodelndes Fleisch berührt
Oh Mutter, heiße ihn willkommen!
Oh Fenris, führ ihn an deine Seite!

Isthsmene sprang auf die Rücken jener zweier riesigen Nachtmahre,
zwölfhändige Giganten geformt mit Teufels Werk
Ihre Klauen rissen tiefe Furchen in dieser Dinge Fleisch
Doch als sie starben zermalmten sie sie unter ihren Füßen, groß
Oh Geister, heißt sie willkommen!
Oh Mutter, führe sie heim in deinen Schoß!

Viele andere starben, und unter ihnen die süße Helena, der redliche Nesro
Quin-ta-Na, so tapfer, der eisige Hylus, die sanfte Clyta, Gryvind der Riese
Iksthos der Weise, der verwegene Bardi, die keusche Ryvinna
Und Hajjra die Gütige.
Drei Katzenwandler, auch, die an unsrer Seite kämpften:
Ay überlebte, doch Merikare ward erschlagen von großen Hämmern
Und Clothos zerschunden
Von einem Fürst der Vampire mit vier mächtigen Klingen
Ahnen, Ehre sei ihnen!
Luna und Gaia, schaut auf sie voll Stolz!

Doch voller Schande ist einer den ich nicht nennen will
Dessen Klauen gerichtet wurden gegen seine eigene Art
Lasst ihn liegen ohne Klage, lasst seine Haut unverbrannt!
So die Geister ihn zu trösten wünschen, lasst sie es tun
Ohne unsere Gunst noch unsern Ruf!

Und eine andere, deren Name gleichdes verhasst sein soll,
Abscheulichkeit, das sei sie genannt!
Denn sie ward genommen von den Egeln der Nacht
Und zu eine ihrer Art geformt!
Möge ihr Geist verwelken vor Schmach!
Lasst ihre Knochen sich schwärzen unter der segnenden Sonne!
Oh Ahnen, verleugnet sie!
Mein Blut, oh ihr meinen, vergesst ihre Namen!

Hoch war der Preis, doch die Türme brennen noch immer
Lasst der Egel Asche der Sonne überlassen sein!
Lasst Salz regnen wo Türme einst standen!
Lasst die Riten der Läuterung den Wyrm aus diesem Boden treiben!
Denn wir sind siegreich!
Denn wir haben triumphiert!
Denn sie sind gefallen!
Und alles ist getan.
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#17
Das große Herz
(von Milena / von Hält den Sturm zurück)

Lang, sehr lang ist es her, als die Sterne noch jung waren, und bevor es Städte gab in welche sich die Menschen zurückzogen. Sie lebten in der Natur, in kleine Stämme unterteilt - sei es in sanften Tälern, tiefen Wäldern oder hohen Hügeln, aber alle zusammen lebten sie unter dem gleichen, freien Himmel. Alle Lebewesen waren gleich im Angesicht Gaias, jedes perfekt auf seine Art und keines wurde favorisiert.

Und eines Tages geschah es dann, dass sich die Tochter des Häuptlings aus den sanften Tälern im nahen Wald verirrte. Das fleißige Kind hatte dort Kaninchen mit Pfeil und Bogen gejagt, die sie ihrem Stamm mitbringen wollte, doch der Wald war so finster und tief, dass sie schon bald jegliche Orientierung verloren hatte - war sie doch sonst nur sanfte, weite Wiesen gewohnt.
Aber in diesem Wald gab es auch ein Wolfsrudel, das schon bald die fremde Witterung aufgenommen hatte. Als sie das junge Mädchen fanden, begannen sie es einzukreisen, knurrten wild:
"Was hat ein Mensch in unserem Gebiet zu suchen?" Das Mädchen hatte Angst, doch auch ein starkes Herz, und so antwortete sie den Wölfen: "Es war keine böse Absicht, ich habe Essen für meine Familie gesucht und mich verlaufen."
Dann trat der eine Wolf vor: er war größer als alle anderen, hatte strahlend weißes Fell und kluge Augen. "Es ist nobel das du deiner Familie Essen bringen wolltest, aber du nimmst uns die Beute weg die uns zusteht. Sag, wie willst du das wieder gut machen?" Das Mädchen überlegte angestrengt, was im Angesicht eines wütenden Wolfsrudels gar nicht so einfach ist... und dann sah sie dem Wolf fest in die Augen, obwohl er ihre Angst riechen musste. Sie sprach: "Wenn ihr mich gehen lasst, werde ich zu jedem vollen Mond zurückkehren, werde mit euch jagen um euch so mein Leben zu vergelten." Der Wolf war beeindruckt von so viel Mut, und so nickte er und führte sie aus dem Wald, zum Rand ihres Dorfes. "Denk an dein Versprechen." Mahnte er sie zum Abschied, und rannte davon.

Natürlich war der Häuptling nicht erfreut als er von dem Pakt hörte, doch seine Erleichterung darüber das seine Tochter noch lebte war größer, und so nahm er sie fest in den Arm. Die Tage vergingen, und schon bald kam der erste Vollmond. Trotz der Bitte ihrer Mutter nicht zu gehen, hielt sich das Mädchen an die Abmachung und traf sich mit dem Wolfsrudel zur Jagd.
Monate vergingen, wurden zu Jahren, und je älter das Mädchen wurde, desto größer auch die Beute welche sie dank ihr erlegen konnten - aus einem Hasen wurde ein Reh, aus dem Reh ein großer Hirsch, aus dem Hirsch ein Büffel.
Das Rudel war wohlgenährt, und immer wieder geleitete der weiße Wolf sie anschließend zum Dorf zurück. Doch tat er dies nicht mehr allein aus Freundlichkeit - über die ganzen Jahre hinweg hatte er sich heimlich in die schöne Frau verliebt, die aus dem mutigen Mädchen von einst entwachsen ist. Aber er war nun mal ein Wolf und sie ein Mensch, und so hatte er sich schon fast mit diesem Schicksal abgefunden... bis er eines Tages vernahm, dass sie bald heiraten soll, den Sohn des Häuptlings aus den hohen Hügeln. Sein Herz brach entzwei, und an jenem Abend ließ er sie am Waldrand stehen. Er rannte davon, rannte durch den dunklen Wald, übersprang die tiefe Schlucht und durchschwamm den reißenden Fluss. Er rannte so lange bis seine Pfoten schmerzten, seine Flanken zitterten und sein Atem keuchte.

Mit letzter Kraft kletterte er auf einen kahlen Felsen, der sich weit, weit über das gesamte Tal erhob. Dort, unter dem vollen Mond, stimmte er das herzzerreißendste Geheul an, das jemals ein Lebewesen vernommen hat - ein Lied das gleichzeitig so schön wie traurig war. Als er geendet hatte, sprach der Mond ihn an:
"Wolf, wieso bist du so traurig?" Der Wolf erzählte ihm von seinem Leid, wie sehr es sein Herz schmerzte nicht bei ihr sein zu können, sind sie sich so nahe und doch so fern wie die Sterne am Himmel. Der Mond fühlte Mitleid mit dem Wolf, hatte er ihnen doch immer so gerne beim Jagen zugesehen. "Wolf, ich kann dir helfen. Aber wisse: Ich bereite nur den Weg, gehen musst du ihn schon selber. Und wenn dies einmal geschehen ist, gibt es kein Zurück mehr." Der Wolf bejahte dies, er würde alles machen um mit seiner Liebe vereint zu sein. Und so verwandelte der Mond ihn in einen Mensch, hochgewachsen und kräftig, mit langem weißem Haar. Es brauchte einen Moment bis der Wolf verstand was nun geschehen ist, doch er bereute es nicht und bedankte sich beim Mond.

Vorsichtig, anfangs noch leicht schwankend auf den zwei langen Beinen, ging er den ganzen weiten Weg zurück, schwamm durch den Fluss, überwand die Schlucht und marschierte durch Wald und Tal, bis er zum Dorf der lieblichen Tochter kam.
Natürlich erkannte ihn keiner in dieser Gestalt, und so stellte sich dem Häuptling als Krieger des tiefen Waldes vor - er möchte seine Tochter zur Frau nehmen. Der Häuptling war beeindruckt von der Entschlossenheit des jungen Mannes, und so stellte er ihm zwei Aufgaben: Zum einen soll er zeigen, dass er seine Familie ernähren kann und ihnen eine angemessene Beute bringen. Und zum Zweiten soll er die Gunst der jungen Frau erringen, denn ohne jene gibt er sie nicht frei.

Der Wolf in Menschengestalt nickte, und zog mit Pfeil und Bogen aus zur Jagd. Aber ach, wie man es sich schon denken kann - so sehr er sich auch bemühte, er bekam nicht einmal einen Finken erbeutet, ungeübt wie er in dieser Gestalt war. Als er sich gerade erschöpft auf einem Stein niederließ, kam ein Wolfsrudel aus dem Wald - sein ehemaliges Rudel. Sie erkannten ihn sofort, doch waren sie auch wütend das Er ohne ihr Wissen gehandelt hat, zumal er ihr Anführer gewesen ist. Doch unbeirrt erzählte ihnen seine Geschichte, und auch dem Strengsten unter ihnen wurde das Herz weich - hatten sie über all die Jahre doch schon von seinen heimlichen Gefühlen gewusst.
Sie erboten ihm bei der Jagd zu helfen, damit er seinem Herzen folgen kann; und so jagten sie zusammen, fast wie in alten Zeiten, erbeuteten den größten Büffel, den sie je gesehen haben und überließen ihm die Beute ganz allein. Er bedankte sich, und so wie das Rudel verschwand, ging auch er zum Dorf um sich Hilfe zu holen: Er konnte den Büffel nicht alleine zurücktragen. Dem Häuptling fielen fast die Augen aus dem Kopf als er das Tier sah, und es sollte ein großes Fest für das ganze Dorf gefeiert werden. Auch die Wölfe im Wald wurden nicht vergessen, der junge Krieger brachte ihnen heimlich aus Dank eine ganze Keule.

Doch als er sich gerade wieder auf den Rückweg machen wollte, stand da die Häuptlingstochter, die ihm heimlich gefolgt war. Kurz überkam ihm die Sorge was sie nun denken würde, doch dann sprach sie lächelnd: "Ich habe dich gleich erkannt, Wolf." Er wirkte verwirrt. "Aber woran? Ich sehe doch ganz anders aus." fragte er zurück, und sie antwortete nur: "An deinem großen Herzen." Und so wurde an jenem Abend nicht bloß gefeiert, sondern auch die Hochzeit der beiden bekannt gegeben, unter dem lächelnden Antlitz des Mondes.
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#18
Zlad, Torek und Bernt
(von Mati / von Szlaban)
*Szlaban wird an einem Abend auch dabei sitzen und einen Becher Kaffee genießen*
"Ich erinner mich auch noch an eine Geschichte, ich habe versucht sie zu übersetzen. Wollt ihr sie hören?"
*Wenn zugestimmt wird fährt er fort, wobei er angestrengt ist und seine worte mit bedacht wählt. Dabei sieht man ihm an das er ungewöhnlich ernst wirkt*


Es gibt eine Septe, von hier weit entfernt.
Dort lebten drei Welpen Zlad, Torek und Bernt
Zlad war Halbmond und redete viel.
Torek war Galiard der den Frauen gefiel.
Bernt ein Vollmond und oft ziemlich Stumm.
Drum hielt man, ihn mitunter für dumm.

Es geschah anfangs selten, doch später mehrfach
Lagen Feinde erschlagen durch jemand vom Fach
Keiner wusste warum oder wer es war.
Und für Zlad und Torek ein Plan war schnell klar.
Sie Prahlten und rühmten sich mit den Taten
die nicht dazu führten, was die Feinde so planten
Die Septe lauschte und belohnte das tun.
Zu Cliaths sie wurden durch falsche Weisheit und Ruhm.

Nur Bernt blickte stumm als wüsste er?s besser.
Er war?s gewesen der gekämpft mit Dolchmesser.
Ihn schickte man auf seinen Ritus Allein.
Kaum er gegangen, besuchten Feinde sein Heim.
Zlad und Torek schnell stellten sich Tod,
Ein erbärmlicher Anblick sich den Kämpfenden Bot.
Den kämpften die beiden bislang nur mit dem Wort.
Der stumme Bernd starb alleine, ganz still, weit Fort.
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#19
Ascheläufer berichtet aus seiner ersten Reise in die Schattenlande
(von Angelo / von Ascheläufer)

"Dieh Mutter dehs Baus baht mich, dehn Wehlpen eine Geschichte su ersehlen. Vohn eihner meiner Reisen in das Lahnd derr Schatten."

Er blickt in die Runde, und bedeutet den willensstarken Garou, sich auf etwaige Rasereien einzustellen, bevor er erzählt:

"Ahls ich noch ihn der Lowengrrube wahrr, erhielt ich einen Tauhbengeist von Kostia - Verwehte Asche, Blut dass fließt. Err wahr mit eihnem Ruhdel Stiller Wahnderer aus derr Sehpte "Wheel of P'taah" auf dehm Weg nach Nurnberg. Besahgtes Rudehl ("Seelenschnitter") lief unter derr Schwester des Styx. Sie hatte ihnen eine Visiohn geschickt, dass eine Aufgabe auf das Ruhdel warrten wurde bei Hamburg - uhnd Kostia und ich sollten sie versterken. Ich sog ahlso lohs, mich dehn ahnderen auf halben Wege ansuschließen."

Er beginnt das Feuer zu umrunden.

"Uhm ein wenig absukursen: wihr trahfen in Hamburg auf eihne Sippe Roma, dehnen ein Arrtefakt abhanden gekommen wahrr. Auf Irrwegen wahr es in die Schattenlahdne gelangt - uhnd wirr sohllten es wiederfinden. Wirr erfrahgten also, wo wir im tellurischen am behsten ubertreten sollten - eihne Stunde sudlich von Hamburrg - und sogen los.
Wir erreichten dehn Orrt. Es handelte sich uhm eine Gedenkstette fur ein KSet. Und obwohl im Tellurrischen alles ruhig warr - Denkmeler und Tafeln, Schulklassen, Fuhrungen - konnten wihr schon erahnen, was uhns in der Anderrswelt erwarten wurde. "Todesblick" (der Sichelmond des Rudels) - ermoglichte den Ubergang in dahs Reich der Tohten. Es fuhlte sich ahn wie wenn man beim Einschlafen treumt, irgendwoh herunter su stursen."


Er hällt inne, holt Luft und meint:

"Wirr tauchten in eihne monochrrome Welt, der nicht nur die Fahrbe fehlte, sonderrn in der auch Geruche und Gereusche nurr gedempft und wie durrch einen Schleier su uns drahngen, selbst in derr Wolfsform. Wir stahnden in einer karrgen Gegend, und blickten auf eihne trostlohse Anlahge. Hohe grraue Mauern aus Stein mit Stacheldraht auf dehn Sinnen, in dem skelettierte Rahben an Fleischresten pickten. Ein Grahben mit einer sehen, stinkenden Flussigkeit, derr von einem großen Abflussrohrr aus dem Innern der Anlahge gespeist wurde. Turme mit Suchscheinwerfern und Maschinengewehrren, Wachposten die vorr dehm großen Torr und auf den Mauern patrouillierten. Alles abgeruhndet durch eine riesige grohße Rauchwolke, die aus swei Schornsteinen aufstieg und den sowiehso schon bleiernen Himmel noch dunkler machte."

Er rümpft angeweidert die Nase und spuckt in die Flammen, seine Stimme nur noch ein Wispern:

"Wir hatten keihne große Gelehgenheit, uns vohn diesem schrrecklichen Anblick, der sich sich uns boht, su erholen. Es waren nur einige Augenblicke vergahngen seit unserer Ankunft, als wir Motorengereusche hinter uns gewahr wurrden. Ein LKW donnerte die Straße hinarb und auf das Lager su. Kostia stellte sich auf die Strraße, und verrsuchte das Gefehrt mit erhobenerr Hand su stoppen. Wirr anderen verbahrgen uns in unserer Lupusform an den Rendern der Straße, um nach Moglichkeit hinten aufsuspringen. Leider stoppte derr LKW nicht, so das Kostia gerrade soh ausweichen konnte. Dabei sprrang er nicht nur einfach suruck oder sur Seite, sonderrn geradewegs durch die Windschutsscheibe in die Fahrerrkabine, wehrend des Sprungs in Crinos wandelnd. Err schnetselte den Fahrerr, doch der Beifahrerr sprang geistesgegenwertig aus dem Fahrseug, und lief schrreiend auf das Lagerr su. Weit sollte er nicht kommen, denn eihne Klaue von "Durchtrennt den Faden" (Ahroun) serfetste dem Fluchtigen den Rucken. Wehrenddessen griffen seihne Rudelgeschwister die Reifen des Trrucks an, um ihn nutslos su machen, und ich sprrang hinten durrch die halbgeoffnete Plane auf die Ladefleche."

Ascheläufer schweigt, versteift sich. Die Hände zu Fäusten geballt, mit bebenden Nüstern grollt er bitter:

"Im Inneren boht sich mirr ein Bild des Schreckens. Ich fand deformierrte menschliche Korper in allen Todesstadien, die Gliehdmaßen verrwachsen und wie warm geworrdenes Wachs serflossen. Ein Seugling, dessen Arrme wie ein Ring miteinander verbuhnden waren, ohne Hende. Eine Frau, die blau angelaufen warr und rochelte. Ein jungerr Burrsche, dem ein Pfeil aus dem Kopf rahgte. Ein Mann, dem ein Haufen Gederme aus einer weiht klaffenden Bauchwunde hing. Mihndestens 30 susammengepferchte Korper, wo eigentlich hochstens furr ein Dutsend Plats warr, und eihner schlimmerr verunstaltete als der anderre. Die, die noch nicht toht warren, stießen ein Stohnen und Wehklagen aus, und Feulnisgeruch lag in derr Luft. Mich starrk susammenreißend beendete ich die Qualen dieserr Opfer, und bereitete ihrer jemmerlichen Existens mit meihnen Klauen ein Ende."

Er verstummt schluckend, senkt seinen Blick zu Boden, verschränkt seine Arme hinter dem Rücken und wartet ab bis sich sein Publikum gefangen hat. Dann fährt er leise fort:

"Ich wahr kaum mit der grreulichen Tat ferrtig, als wir ein weiteres Motohrengereusch verrnahmen, diehsmal begleitet von einem verreterischen Klirren, was uns einen Schauerr uber den Rucken jahgte. Und tatsechlich, die Tohre des Lagers offneten sich, und ein Panser fuhr uns entgehgen, begleitet von etwa swei Dutsend bewaffneten Soldahten. Uniforrmen, Flaggen und Abseichen die wirr bislang an den Soldaten, Fahrseugen und dehm Lager bemerkt hatten wiesen ubrigens keine Gemeinsamkeiten mit itrgendeiner Fraktion aus dem irdischen sweiten Weltkriehg auf, wie wir anfangs angenommen hatten. Nicht dass ehs die Sache wirrklich besser mahchte! Unsere Feinde eilten auf uns su, und wirr hielten einen strategischen Rucksug fur die beste Losung. Wirr rannten auf ein nahes kleines Waldstuck su, verrbargen uns ahm Rand und beobachteten das Geschehen."

--

"Kurs vorr dehm LKW kam derr Panser sum stehen. Die Luhke offnete sich, und ein kleiner Mann kahm herrvor, der mit sackiger Stimme Befehle herrum brullte. Die Soldaten gehorchten, untersuchten dehn Kampfplats, machten Melduhng. Der Befehlshaberr sah sich um, und plotslich schwenkte das Rohr des Panzsrs in unserre Richtung. Der Kommandant sog eine Flustertute herrvor, und rief uns su wir sollten uns ergehben und mit erhobenen Henden herrvor kommen. Wir waren nicht sicherr ob sie uns uberhaupt bemerkt hatten oder ob es ein Bloff warr, ebenso wenig welche Chance wir bei Angrriff oder Flucht gehabt hetten. Statt dessen sahen wirr die Situation als Moglichkeit, in das Lager su kommen. So trahten wir herrvor, und ließen uns gefahngen nehmen. Sie nahmen uns unsere errsichtlichen Waffen, und lehgten uns in Ketten. Mit steigernder Wut bemerrkten wir, dass uns die Hende nicht mit normalen Schellen auf den Rucken gebunden wurrden. Das Material der Ketten musste entweder starrk silberhaltig, oder irgendwie anders modifisiert worden seihn. Es war sweifelhaft, ob diese Fesseln bei einer Verwandlung gesprengt werden wurden. Kurse Seit speter sollten wir dies mit Sicherheit errfahren: die Soldaten eskortierten uns in das Lahger. Dabei waren sie nicht simperlich mit Schlegen, Tritten und Kolbenstoßen. Wir versuchten die Reisungen so guht wie moglich su ignorieren, doch kurs vorr dem Tor verlohr "Durchtrennt den Faden" die Beherrschung. Mit einem anfenglichen Grollen, dass su einem Brullen anschwoll wechselte er in seine Kriegsgestalt - nur um mit Schmersensschreien su Bohden su gehen. Die Ketten hatten ihm beide Hende sauber abgetrennt, und er wahnd sich wimmerrnd am Bohden. Der Offisier ging seelenruhig auf ihn su - genau wie die anderen Soldaten vollig unbeeindruckt von seinerr Kriegsgestalt - und beugte sich su ihm herunterr. Als er sich erhob, und die Soldahten "Durchtrennt den Faden" auf die Fuße hievten und weiterschubsten, mussten wirr su unserem Grauen erkennen, dass seine Arrme susammengewachsen waren, ehnlich denen des Seuglings, den ich auf dem LKW gefunden hatte."

Seine Stimme wurde während der letzten Worte grollender. Jetzt hällt er inne, seine Augen vor Zorn funkelnd, er knurrt finster bei der Erinnerung an das Ereignis. Mehr Emotionen zeigt er nicht, und nach einigen Herzschlägen fährt er fort:

"Wirr erreichten die Tohre, wurrden hindurchgeschleust, hinein in unbeschreibliches Ubel. Der Innenhof des Lagerrs bot keinen besseren Anblick als die Anlage von Außen. Schlammigerr stinkender Bohden. Grimmig blickende Soldahten. Ausgemerrgelte vergremte Gefangene, wahre Schatten ihrer sehlbst, die in swei Schlangen standen und sich langsam und rhytmisch auf ein Gebeude subewegten. Ein Medchen, keine 10 Jahre alt, blickte sich mit grohßen errschrockenen Augen um, total verengstigt. Als es mit derr Menge vorwerts geschohben wurrde, stolperte es und fiel hin. Ein Offisier eilte herbei, und befahl ihrr aufsustehen, doch die Kleihne war von Angst gelehmt, einem Hase vorr der Schlange gleich. Je mehr der Offisier schrie, desto mehrr versteifte sich das Kind. Schließlich verlorr der Mann die Geduhld, sog eine Pistole und schoß der Kleinen in die linke Kniescheibe. Fast Ohnmechtig vor Sorn mussten wir mit ansehen, wie er sie weiter maltretierte, da sie naturlich jemmerlich schrie und schluchste, anstatt ihm Folge su leisten, so dass err ihr auch noch das rechte Knie zertrummerte. Dann sog er das panische Medchen, wehlche wie am Spieß schrie, in ein Gebeude, und es wurrde erschreckend still. Uns bis aufs eußerste susammenreißend um uns nicht dehm gerechten Sorn hinsugebend ließen wir uns weiterr und immer weiterr auf das Gebeude suschieben, bis wirr durch die Ture schritten."

Ein Beben durchfährt seinen Körper. Aus der Faust seinen rechten Hand, die er während der letzten Sätze geballt hatte, lösen sich einige Blutztropfen, die still zu Boden fallen.
Er senkt seinen Blick, sinkt schwer atmend auf seine Knie und starrt wieder in die Flammen. Mit wispernder Stimme raunt er:

"Ich hahbe Geschichten gehort. Ich habe Bilderr gesehen. Ich habe Ersehlungen von Seitseugen verrnommen. Doch nichts - egahl wie furchterlich es mirr auch in jenen Momenten vorrgekommen sein muss - konnte mich auch nur annehernd auf das Grrauen vohrbereiten, das wir innerhalb dieser Mauern durchmachen mussten.
Im errsten Raum nahmen sie uns semtliche Habe. Sie fingerrten durch Taschen und Rucksecke, und verteilten die Ausrustung auf verschiedene Haufen. Sie schnitten und rissen uns die Kleihdung von den Leibern, ohne uns lossubinden.
Im sweiten Raum wurrden wir geschoren. Suerst das Haupthaar. Dann jegliche Korperbehaarung. Uns fast die Sungen durchbeißend um uhns im Saum su halten mussten wirr mit ansehen, wie sie dehn immer noch in der Kriegsgestalt befindlichen "Durchtrennt den Faden" das komplette Fell wegrasierten, bis err komplett nackt und aus sahlreichen Schnitten blutend vor uns stand, halb verruckt vor Schmers und Wuht.
Im dritten Raum wurrden wir abgespritst. Schwehre Feuerwehrschleuche, die das Wasserr mit einem soh gewaltigem Drruck verspritsten, dass es selbst uns Garou Prellungen und blaue Flecken sufugte, wurden von allen Richtungen auf uhns gehalten. Nicht wehnige der menschlichen Gefangen gingen su Boden, und einige standen nicht mehr auf, sonderrn mussten von anderren getragen werrden.
Im letsten Raum schließlich erwarrtete uns die Ahnkleide. Einfache knappe Kittel, die den Korper mehr schlecht als rrecht bedeckten und im Vergleich su den uniformierrten, gut ausgerusteten und raus geputsten Soldaten den letsten Willen derr Insassen brrechen sollten."


Er verstummt und schließt die Augen. Eine einzelne Träne rollt geräuchlos über seine linke Wange.

--
Ascheläufer erhebt sich. Gefasst blickt er in die Runde, und erzählt mit düsterer Stimme weiter:

"Nach dieser Torturr wurden wirr su einer Baracke gefuhrt. Sie war in mehrere Sellenblocke aufgeteilt, in die uns die Soldahten verteilten. Auch jene Reume waren maßlos uberfullt. Betten gahb es fur 20, doch in jederr Selle waren mindestens 30 Personen eingepfercht - falls mahn die dreckigen, serlumpten und versehrten Gestalten uberhaupt noch menschlich nennen konnte. In eihnem Bett die susammengerollte Gestalt eines Mannes, derr nur noch aus Haut und Knochen bestand. An eine Wahnd gelehnt eine Frau, mehrr Tod als lebendig, dahin siechend. Uber allem ein fast unertreglicher Gestank nach Korperausdunstungen, Verwehsung und Fekalien - als Notdurft dienten die Ecken des Rraumes. Wir betrachteten die Wende und Gitterstebe der Sellen genauer. Die Stebe schienen aus dehm gleichen Materrial wie unsere Ketten. Die Wende bestanden aus einem seltsamen schwarslila glensenden Materrial, von dem eihne unangenehme Kraft ausging. Als ich mirr die kranke Frau neher besah, die an eine derr Wende gelehnt wahr, erschien es mir als wurde das Gestein sehlbst ihr die Kraft aussaugen, ihrr jegliche Hoffnung und allen ubrigen Lebenswillen rauben. Wir beschlossen also wederr die Mauern noch die Gitter su beruhren. Immerhin hatten sie uns die Schellen abgenommen, kurs bevor sie uns durch die Turen ins innere stießen - ein Lichtblick, an dehn wir uns klammerten. Wir beschlossen, erstmal nichts su unternehmen und bis sur Dunkelheit su warten, um in ihrem Schutse einen Ausbruch su starten."

Er verschränkt die Arme hinter dem Rücken, und beginnt beim Erzählen hin und her zu Laufen.

"Doch Gaia sei Dank mussten wirr nicht lange warrten, bis sich unsere Erlosung anbahnte. Ungefehr eine Stunde nach unserrer Inhaftierung kahm eine Gruppe von Soldaten auf das Gebeude su. Jedoch waren es keine gewohnlichen Menschen, die da kahmen. Ein halbes Dutsend muskelbepackte Monstrositeten bahnte sich einen Wehg su den Sellen, ein jeder so grohß wie ein Garou in Kriegsgestalt. Fruher vielleicht einmal menschlicher Arrt, waren diese Krieger durch chirurgische Eingriffe verendert worrden. Einer trug einen Stahlkiefer, ein ahnderer hatte einen dritten Arm, wiederr ein anderer hatte Klingenauswuchse, die ihm aus dehn Armen ragten. Sie waren entstellt und entsetslich susammengestuckelt, und es war klahr dass sie fur den Kampf gegen Ubermechte oder Ubernaturliche "verbessert" worrden wahren. Doch noch furchtbarer als diehse Schergen warr der Anfuhrer derr Gruppe. Ein Offisier in nachtschwarser Kleidung und langem Mantel, derr ruhig und gelassen durch den Sellenkorridor marrschierte, wehrend seine Unterrgebenen fur ihn Spalier standen. In seiner Hand truhg er einen einer Reitgehrte gleichenden Schlagstock, von dehm er auch heufig Gebrrauch machte, sollten die Ihnsassen der Sellen nicht schnell genug vohn den Gittern suruckweichen wenn er voruberschritt. Seine schnellen und gesielten Hiebe rissen bose Wunden in die sowieso schohn geschendeten Korper der Gefangenen. Das schlimmste jedoch warr die Aura, die dehr Mann ausstrahlte. Aus seinerr Haltung, aus seinem Gang und aus seinen eisblauen Auhgen strahlten Gnadenlosigkeit, Unbarrmhersigkeit und einfach nur Kelte. Err befahl seinen Untergehbenen, die Sellen zu offnen und die "Neusugenge" heraussuholen. Als wirr vor ihm stahnden, fragte err was wir Fleischlinge in der Welt der Tohten su suchen hetten. Kostia gab ihm ironische Antworrten, und wurde mit der Gerrte gesuchtigt. Der Offisier meinte, err wurde seinen Spaß mit uhns haben, er hette bereits weitere Experimente geplahnt."

Bei der Beschreibung des Offiziers und der Gegner kann man Verachtung und Wut in seiner Stimme spüren.

"Bevorr wir oder er irgendwie handeln konnten, verrnahmen wir plotzlich Schusse, Schreie und Explosiohnen. Ein langes Pfeifen gefolgt von einem Donnerrn kundigte das Eintreffen einer Morsergranate an, und die Maschinengewehre auf den Mauerrn begannen su rattern. Das Lager wurde angegrriffen! Soldaten schrien und liefen hin und hehr, der Offisier sog mit einem Mal ein kleines schwarses Kestchen hervohr, offnete es, und schaute auf einen sehrr glatten, Dattel grohßen Samen. Von diesem Gehgenstand ging eine ungeheure Macht aus, und wirr wussten sogleich dass es sich um das Arrtefakt Handeln muhsste. Kostia und ich sprrangen gleichseitig vor. Wehrend ehr dem Anfuhrer swei Klauen so tief durch die Augen bohrte dass sie an seinem Hinterkopf herrvortraten, nahm ich das su Boden gefallene Kestchen an mich, und angelte den Kehrn damit, ohne ihn su beruhren. Den Kern... So makellos... So perrfekt... So nah..."

Ascheläufer ist während der letzten Worte neben der immer noch am Boden liegenden Vi stehengeblieben. Ein Funkeln ist in seine Augen getreten. Er hat den Arm nach vorne ausgestreckt, mit der Handfläche anch oben, und schaut gebannt hinein - als könne er dort etwas liegen sehen, was sonst keiner erblickt. Mit stockener Stimme haucht er:

"... so flehend... nach mir... unglaubliche... Macht. Eihn inneres Strahlen... ein Nicken, und Feinde weren serbrochen... ein Fingerwink, und Mauern weren geborsten... so mechtig..."

"Ehm - jedenfahlls lieferrten sich unsere Kampfgefehrten indes einen Schlagabtausch mit den Mohnstern, die noch um uns herrum standen. Wir halfen ihnen, und sie waren schnell erlehdigt, uns einige kleinere Wuhnden sufugend. Nach dem Kampf bemerrkten wir, dass "Durchtrennt den Faden" fehlte. Wir konnten ihn ausmachen, am anderren Ende des Lagers, wie er gerade von swei der Monster durch ein grohßes Stahltor in das Gebeude mit dehn dampfenden Schornsteinen geserrt wurde. Die Schlacht tohbte inswischen um uns herrum. Anders uniformierte Truppen sturmten das Lahger, und lieferten sich einen erbarrmungslohsen Kampf mit den Verrteidigern. Wir kempften uns durch su dem Gebeude, in dehm unser Gefehrte verschwunden wahr. Im Inneren kamen wir gerade hinsu, wie die beihden Ubersoldaten "Durchtrennt den Faden" kopfuber in eine grelle, heiße Flamme hielten, die soh stark leuchtete dass man kaum hinsehen konnte. Doch sie warrfen ihn nicht hinein, sondern hielten ihn an den Beinen fehst und sahen su, wie sich sein Kopf langsahm aufloste. Sein restliches Ruhdel verfiel dem Sorn, und fielen heulend und knurrend unter die beiden letzten Widersacher her."

Er schweigt und wartet ab wie die Zuhörer reagieren.
--


"Ehm - jedenfahlls lieferrten sich unsere Kampfgefehrten indes einen Schlagabtausch mit den Mohnstern, die noch um uns herrum standen. Wir halfen ihnen, und sie waren schnell erlehdigt, uns einige kleinere Wuhnden sufugend. Nach dem Kampf bemerrkten wir, dass "Durchtrennt den Faden" fehlte. Wir konnten ihn ausmachen, am anderren Ende des Lagers, wie er gerade von swei der Monster durch ein grohßes Stahltor in das Gebeude mit dehn dampfenden Schornsteinen geserrt wurde. Die Schlacht tohbte inswischen um uns herrum. Anders uniformierte Truppen sturmten das Lahger, und lieferten sich einen erbarrmungslohsen Kampf mit den Verrteidigern. Wir kempften uns durch su dem Gebeude, in dehm unser Gefehrte verschwunden wahr. Im Inneren kamen wir gerade hinsu, wie die beihden Ubersoldaten "Durchtrennt den Faden" kopfuber in eine grelle, heiße Flamme hielten, die soh stark leuchtete dass man kaum hinsehen konnte. Doch sie warrfen ihn nicht hinein, sondern hielten ihn an den Beinen fehst und sahen su, wie sich sein Kopf langsahm aufloste. Sein restliches Ruhdel verfiel dem Sorn, und fielen heulend und knurrend unter die beiden letzten Widersacher her."

Er schweigt und wartet ab wie die Zuhörer reagieren.

--
Mit ruhiger Stimme - aber sichtlich bemüht sich zu beherrschen - raunt er:

"Als sich dehr Schleier von ihnen gehoben hatte, unterrsuchten wir die Anlage. Es handelte sich um eihne Fabrik. Dem Anschein nach konnten hierr organische und nicht organische Substansen su einem spesiellen Materrial verarbeitet werrden, was in verschiedenen Metalltonen schillerte und niehmanden von uns bekannt warr. Auch aus "Durchtrennt den Faden" war ein stattlicher Barren gegossen worrden, den Kostia an sich nahm. Wieh wirr speter erfahren sollten, brauchen die Bewohner dieses Reiches dieses Materiahl als Bausubstans fur alles. Dieh Mauern und Gitter uhnserer Sellen sowie unsere Fesseln sihnd die behsten Beispiele fur die Eigenschaften dehs - "Materials".

Er schüttelt angewiedert den Kopf.

"Jehdenfalls verweilten wirr nicht mehrr lange an diehsem verfluchten Orrt, schnappten uhns nur noch unsere Ausrustung aus den Kleiderrhaufen bei der Dusche und flohen durch eine Bresche in derr Mauer, die der feindliche Beschuss gerissen hatte. Auf der Hohe des mittlerrweile ausgebrannten LKW's begahnn "Todesblick" mit dem Ritual, das uns suruck bringen sollte in unserre Wehlt. Als wir fast so weit wahren, horten wir Schreie und Schusse hinter uns, und bemehrkten einen Pulk Soldaten, der wild feuernd auf uns sugelaufen kam. Wir sogen die Kopfe ein und machten uns kampfbereit, doch bevohr sie sich einschießen kohnnten offnete sich das Portahl, und wir konnten rechtseitig verschwinden - jedenfahlls fast alle von uns. Suruck in der nahen Umbra lag ein stark blutenderr "Todesblick" vor uns auf dehm Boden. Eine verirrte Kugel hatte ihm das blinde Auge durrchschlagen. Geschwind verrsuchten wir ihn su heilen, doch su spet. Es gab kein Gefeß mehr, das die Essens des Lehbens halten konnte."

Ascheläufer wirkt müde und ausgebrannt. Den roten Lupusrücken vor ihm massierend fährt er betrübt fort:

"Wir riefen Ricardo von dehn Roma an, auf dass er uns und das Arrtefakt abholen wurde. Wirr verbrachten noch einige Seit in ihrem Lagerr, und erholten uns so guht es ging. Die eußeren Wundehn heilten recht schnell, doch derr innere Schatten wird bleiben. Kostia ihst in der Umbra fuhr immer geseichent im Gesicht. "Durchtrennt den Faden" und "Todesblick" erhielten eine Bestattung, wie es unterr den Stillen Wanderern Brauch ist."

Immer noch knieend öffnet er seine rechte Hand. Man kann erkennen, dass ein geschnitztes Stück aus einer Holzkette verantwortlich für die Blutstropfen war. Wortlos steckt er es nach kurzem betrachten in seine linke Brusttasche. Dann sagt er leise:

"Die Schattenlande sihnd keihn guter Ort. Uhnd sehlbst wenn duh einen Sieg errungen hast, schmeckt ehs immer bitter in deihnem Mund."
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren
#20
The Restless Dead / Die Ruhelosen Toten
(White Wolf: Silver Records / Übersetzung von Jana)

Those lost souls who found no garden
No bite of blood-Wyrm binds their souls
Built palaces of spirit stuff, the ephemera,
to shelter from the Winter cold.

For a tempest roars beneath the earth,
a suck-hole of
human terrors and greed;
We soar above its whirlpool when we die
but
humans are made of weaker things, and
fall into this tempest, and
are tron by winds of fear.

As the Unmaker grows, the tempest swells
and drives the ghost back to the living lands
A corruption of Nature's ways.

To these, our elders spoke amid the trappings of the dead
they ventured to the land beyond the sun
With corpse-dust and rattle-bones, they raised
an eerie howl and sought to lay the Restless Ones
at peace.

But the Restless would have non of this.

They built a wall against our cries.
No longer could our people cross the paths of Death
although the Striders found a way.
Within their walls of stone, the Restless built
A city, with the Weaver's aid.

Its battlements were forged of suffering souls
Its gates of whispering shadows
And they barred its passage against our kind.

Thus Life and Death remained apart
And this too is Nature's way.


(Übersetzung folgt)
Echo of the Past, bei den Menschen unter dem aufsteigenden Dreiviertelmond geborenen, Adren der Fianna, Alpha der Septe Dodenwacht, Alpha der Sucher der Wahrheit unter Eule.
Vi reicht.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste